Video 3 erklärt die Situation im unteren Flusslauf.
9 – neue Lebensräume
Nach dem Hochwasser vom August 2005 herrschte auf dem Bödeli vorübergehend Chaos. Das Flussbett der Lütschine vermochte die Wassermassen nicht zu schlucken und so wurden Gebäude, Strassen und Bahngleise zerstört, Wiesen und Gärten verwüstet. Die Projekte zum Hochwasserschutz, die seither umgesetzt worden sind, bedeuteten einen grossen Eingriff in die Lebensräume von Tieren und Pflanzen. Um einen Ausgleich zu schaffen, sind auf diesem Abschnitt zwischen dem Entlastungsbauwerk Ey und der Oberen Bönigbrücke spezielle Massnahmen zugunsten der Natur ergriffen worden.
Auf einer Länge von ungefähr 500 Metern sind die Böschungen am Ufer absichtlich flach und breit ausgestaltet worden. Bei höherem Wasserstand entstehen kleine Tümpel und Wasserläufe, die für Amphibien und Insekten wichtige neue Lebensräume bilden. Entlang des Ufers profitieren Reptilien wie Eidechsen und Schlangen zudem von künstlich angelegten Steinhaufen und Totholzstrukturen. Wurzelstöcke bieten Rückzugsorte für Fische, ebenso siedeln sich darin Kleintiere an, die wiederum als Nahrung dienen für Fische. Durch die Renaturierungsmassnahmen hat sich dieser Flussabschnitt wieder seinem ursprünglichen, natürlichen Zustand angenähert.


Nicht überall konnten bei der Umsetzung der Schutzmassnahmen ökologische Ansprüche an erster Stelle stehen, hier im Gebiet Ey ist die Landschaft aber bewusst aufgewertet worden. Neue Lebensräume für Tiere und Pflanzen sind entstanden.